Gürtelprüfung 2012

Der Gürtel ist wichtiger Bestandteil der Judobekleidung. Er soll die Jacke ordnungsgemäß zusammenhalten und ist schlicht weiß. Bei den Kindern ist der Gürtel oft lästig. Es dauert relativ lange bis der fachliche Doppelknoten einwandfrei selber gebunden werden kann. Zu Beginn ist das Stoffmaterial des Gürtels auch noch nicht so geschmeidig und der Knoten löst sich während des Übens sehr oft. Die Trainer sind geduldig, zeigen die einzelnen Abläufe und helfen immer wieder mit beim Gürtelbinden. Diese Vorgänge gehören zum Kleiderordnen und sind ein Bestandteil der Judoetikette. Vor jedem Training und zum Abschluss des Trainings sowie vor und nach jedem Üben bzw. Kämpfen findet dieses Ritual statt. Die Judoka sollen lernen nicht nur äußerlich geordnet, sondern gedanklich konzentriert an die bevorstehende Aufgabe heranzugehen. Nach Spielen, allgemeiner Technikschulung, Prüfung oder kämpferischer Auseinandersetzung gerät die Sportbekleidung selbstverständlich in Unordnung. Da ist das anschließende Kleiderordnen auch eine schöpferische Pause zum Erholen. Wird das Gürtelbinden erst einmal beherrscht ist die Freude groß beim Helfen der anderen, die dies noch nicht können. Es entsteht die Bereitschaft zum Helfen. Diese Tugend ist auch wichtig bei der Technikschulung. Nur durch gegenseitiges Helfen und Verstehen ist es erst möglich sich judotechnisch und im sozialen Verhalten weiterzuentwickeln. Die Trainer geben Techniken vor oder lassen durch Aufgabenstellungen Bewegungsabläufe erarbeiten. Nach pädagogischen Grundsätzen, wie z. B. vom Leichten zum Schweren oder vom Bekannten zum Unbekannten werden immer mehr Techniken und Verhaltensweisen erlernt.

Nach ca. einem Jahr Vorbereitung kam für neun Teilnehmer der Anfängergruppe von Pia Robotta die erste Prüfung (weißer Gürtel mit gelbem Streifen) und für über zehn weitere Judoka folgte die zweite Bewährungsprobe (gelber Gürtel).

Nach dem traditionellen Angrüßen und kurzer spielerischer Aufwärmarbeit, ging es los. Die Judoka müssen wissen, dass Judo aus Japan stammt und dieser Sport mit einem Partner ausgeführt wird der pfleglicher Behandlung bedarf. Dabei sind Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und gegenseitige Rücksichtnahme wichtige Voraussetzungen für den Umgang miteinander. Das Einhalten dieser eigentlich selbstverständlichen Verhaltensregeln wird durch eine Verbeugung ausgedrückt. Der technische Teil für beide Gruppen bestand aus Falltechniken, damit sich der Partner nach Wurftechniken nicht verletzt, Wurftechniken und Haltegrifftechniken mit Befreiungsmethoden am Boden. Bei den Fortgeschrittenen ging es auch schon um kämpferische Elemente und dynamischere Bewegungsausführung.

Nach anfänglicher Nervosität wurden die Prüflinge selbstbewusster und zeigten gekonnt jeweils das geforderte Programm. Alle Anwärter haben die Prüfung zum weiß/gelben bzw. gelben Gürtel bestanden. Das war aber nur möglich, weil alle Judoka regelmäßig und aufmerksam geübt hatten. Die Tugend der Ernsthaftigkeit kam dazu.

Die Gürtel haben eine neue Farbe bekommen, das Gürtelbinden gelingt immer besser. Es ist nicht mehr lästig. Es entsteht Stolz. Stolz auf die geleistete Arbeit, die durch die neue Gürtelfarbe sichtbar wird.

Herzlichen Glückwunsch.

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