Geschichte des TuS - Judo

Die Judoabteilung

Judo - der sanfte Weg (Ju - sanft do - Weg)
Seit 1983 gibt es im TuS Hohne-Spechtshorn offiziell eine Judoabteilung. Der Gründer dieser exotischen Sparte ist Siegfried Robotta. Er war von Beginn an Trainer, Betreuer und Abteilungsleiter. In den Anfangsjahren war er auch als Kämpfer in der Seniorenmannschaft aktiv und fungiert heute noch als Kampf-richter. Seine Frau Jutta Robotta bewältigt die schwierige Aufgabe der Anfängerausbildung im Kinder- und Erwachsenen-bereich. Der Sohn Ilija hat einige Jahre in der Seniorenmannschaft mitgekämpft und die Tochter Pia Klara unterstützt ihre Eltern bei der Arbeit mit den kleinen Judoka. Man kann sagen, die ca. 100 Aktiven der Judoabteilung werden von dem „Familienbetrieb Robotta“ trainiert und betreut.

Der Gründer der Judoabteilung ist Jahrgang 1950 und kam 1963 beim TuS Celle zum Judosport. In der Jugend war er Landesmeister und machte sein Hobby bei der Polizei zum Beruf. Er bildet in der Sportausbildung schwerpunktmäßig in der Selbstverteidigung aus.

Beim Polizeisportverein Braunschweig hatte Siegfried Robotta seine größten Erfolge. 1970 konnte er den Titel eines Deutschen Polizeimeisters im Leichtgewicht erkämpfen. In den folgenden Jahren während seiner aktiven Kampfzeit bis 1980 belegte er bei Deutschen Polizeimeisterschaften und offenen Landes- und Norddeutschen Meisterschaften vordere Plätze. Im Team des PSV Braunschweig wurde er 1975 Landesmannschaftsmeister und schaffte den Aufstieg in die Bundesliga. In dieser höchsten deutschen Liga kämpfte er drei Jahre.

Neben den kämpferischen Aktivitäten widmete er sich auch der Übungsleitertätigkeit. 1979 erwarb er die Trainer-A-Lizenz des Deutschen Judobundes. Siegfried Robotta legte 1971 seine erste Dan-Gradprüfung (schwarzer Meistergürtel) ab. In relativ kurzen Abständen absolvierte er in neun Jahren die Prüfungen bis zum fünften Dan-Grad (jeweils schwarze Meistergürtel). Am 8. Mai 1993 wurde ihm vom Deutschen Judobund der sechsten Dan-Grad (rot-weißer Gürtel) für seine Verdienste um den Judosport verliehen.

Wie hat sich die Judoabteilung des TuS Hohne-Spechtshorn entwickelt?

Siegfried Robotta richtete seinen Blick 1982 nach Hohne, wohin seine Schwester Loni (H-Nr. 45) gezogen war.
Im Erprobungsjahr 1982 waren es überwiegend Kinder und Jugendliche, die auf einer „Leihmatte" vom TuS Celle trainierten. Zum Jahresende waren es 24 Aktive. 1983 wurde die Aufnahme in den Niedersächsischen Judoverband beantragt. Der 14. Februar 1983 gilt als offizielles Aufnahmedatum. Der Vorstand bewilligte eine eigene Judomatte von 100 Quadratmetern.
Zu den Jugendlichen kamen nach und nach auch Erwachsene hinzu. Im Dezember 1983 ist die Zahl der Mitglieder auf ca. 40 angestiegen. Davon absolvieren 20 Judoka ihre erste Prüfung zum Gelbgurt.

Da Siegfried Robotta auch in Braunschweig Studenten trainiert, die keinem Verein angehören, schließen sie sich dem TuS Hohne-Spechtshorn an und kämpfen in der Bezirksliga der Senioren mit. Auf Anhieb wird der fünfte Tabellenplatz belegt. 1984 gelingt es, auf den vierten Rang vorzurücken und im Jahre 1985 kann sogar der Bezirksmannschaftsmeistertitel erkämpft werden. Die Mannschaft steigt für eine Saison in die Verbandsliga, der zweithöchsten Klasse auf Landesebene auf. Im darauf folgenden Jahr wird sie aus organisatorischen Gründen abgemeldet.

In den nächsten Jahren finden im Kinder- und Jugendbereich viele Freundschaftsveranstaltungen statt. Ab 1985 kommt es regelmäßig zu vereinsinternen Weihnachtsturnieren. Auf Kreis- und Bezirksebene können die ersten vorderen Platzierungen erreicht werden. 1986 wird Miriam Kopischke (H-Nr. 124) erste Kreismeisterin (Jugend B) und Jan Daugart 1987 erster Kreismeister (Jugend C). Die Zahl der aktiven Judoka steigt 1987 auf ca. 50.
1988 findet ein Judo-Ski-Trainingslager in Österreich statt.

Im Jahre 1989 wird eine zweite Judomatte gekauft. Es handelt sich zwar um eine gebrauchte Matte, aber dadurch erhöht sich die Gesamtfläche auf 200 Quadratmeter.

Es kommt zu einem verstärkten Zugang im Kinderbereich. Immer mehr Eltern erkennen den pädagogischen Wert des Judosports. Für die leistungswilligen Judoka steht ein zweiter Trainingstag zur Verfügung.
Der erste große Erfolg gelingt Jan Daugart durch den Gewinn des ersten Titels als Landesmeister der Jugend B. Bei den Norddeutschen Meisterschaften belegt er den fünften Platz. 1990 kommt es zur Herausbildung einer Erwachsenengruppe. Von den Kämpfern wird Matthias Kopmann (Metzingen) erster Kreismeister bei den Senioren. Im selben Jahr findet der erste Kontakt mit französischen Judoka aus Bricquebec statt. In Hohne wird zusammen trainiert und gekämpft.
1991 zählt die Judofamilie sechzig Aktive, die nun in drei verschiedenen Gruppen an einem Tag trainieren. Drei Bezirksmeistertitel werden erkämpft. Ann Christin-Hase (H-Nr. 21) in der Jugend C und Mirco Hein (H-Nr. 188) und Jan Daugart in der Altersklasse Jugend B. Die Mädchenmannschaft der Jugend C wird Bezirksmannschaftsmeister. Auf Landesebene wird Judith Kießner (Helmerkamp) Vizemeisterin der Jugend A und Jan Daugart sichert sich den dritten Platz in seiner Altersklasse. Judith Kießner und Jan Daugart gehören dem Jugendlandeskader an.

Die Anzahl der aktiven Judoka steigt 1992 auf 80 an. Judith Kießner wird Landesmeisterin der Jugend A. Bei den Norddeutschen Meisterschaften belegt sie den dritten Rang und nimmt als erste Teilnehmerin des TuS Hohne-Spechtshorn an einer Deutschen Meisterschaft teil. Jörg-Martin Lau unterstützt als frischer Übungsleiter den Trainingsbetrieb.
Die Herrenmannschaft bildet eine Kampfgemeinschaft mit dem TuS Eschede und schafft 1992 auf Anhieb den Aufstieg in die Bezirksoberliga. In den nächsten acht Jahren kommt es zu wellenförmigen Leistungsschwankungen. Nach zwei Jahren Klassenerhalt mit jeweils siebten Plätzen gelingt 1995 der vierte Platz. 1996 wird die Mannschaft für ein Jahr abgemeldet, weil sich vier Leistungsträger für ihre Dan-Prüfung (Meisterprüfung zum schwarzen Gürtel) vorbereitet. Mit neuem Elan kann in den Jahren 1997 und 1998 zweimal nach spannenden Begegnungen die Vizemeisterschaft erkämpft werden. 1999 belegt das Hohner Seniorenteam den vierten Platz. Mit dem fünften Platz verabschiedet sich die Seniorenmannschaft im Jahr 2000 aus dem Ligageschehen.

1993 feiert die Judoabteilung ihr 10-jähriges Bestehen. Es wurden viele Erfolge auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene verzeichnet. Judith Kießner wird in der Jugend A Kreis- und Bezirksmeisterin. Bei den Landesmeisterschaften belegt sie den 2. Platz. In der Jugend C wird Ann Christin Hase ebenfalls Kreis- und Bezirksmeisterin. Bei den Landesmeisterschaften belegt sie den dritten Platz. In der Jugend B gelingt es Sonja Hemme (H-Nr. 45), in der Jugend A Tessa Gilke (H-Nr. 195), bei den Landesmeisterschaften jeweils die Bronzemedaille zu erkämpfen. Beide starten auch bei den Norddeutschen Meisterschaften.

1994 verbucht die bereits erfolgreiche Kämpferin Ann-Christin Hase einen besondere „Serie“. Nach dem Gewinn der Kreismeisterschaft wird sie nacheinander Bezirksvizemeisterin, Landesvizemeisterin und Norddeutsche Vizemeisterin in der Jugend B.

Die Zahl der Aktiven erhöht sich auf über 80 Judoka. Die Mannschaften im Jugendbereich haben sich gut entwickelt. Gerade die geschlossenen Mannschaftsleistungen sichern auf Bezirksebenen in der weiblichen Jugend B und der männlichen Jugend C jeweils dritte Plätze.
Johanna Lichtenberg wird 1995 Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterin in der Altersklasse Jugend C. Für die älteren Jugendlichen und Erwachsenen wird ein Judokurs mit Selbstverteidigungselementen durchgeführt. Der geselligen Seite kommt wieder besondere Bedeutung zu. Nach dem Judo-Ski-Trainingslager 1988 in Mittersill findet das erste Judo-Ski-Trainingslager in Neunkirchen (Österreich) statt. Der zweite „Wildwest-Tag“ am Schwarzwasser nach 1986 ist wieder eine gelungene Sache. Für die kontinuierliche Jugendarbeit wird die Judosparte geehrt und bekommt finanzielle Unterstützung vom Hauptverein, der Celler Sporthilfe, dem Kreissportbund und der Gemeinde Hohne.

Die erste Meisterprüfung steht bevor. 1996 legen sechs Judoka die Schwarzgurtprüfung zum Ersten Dan-Grad erfolgreich ab. Es sind: Lars Enskonatus, Jörg-Martin Lau, Jan Daugart, Andre Pophal, Judith Kießner und Silvia Krüske (Helmerkamp). Im selben Jahr beendet Silvia Krüske ihre Übungsleiterausbildung und übernimmt eine eigene Gruppe, die als zweite Trainingseinheit für Fortgeschrittene vorgesehen ist.
Nach einem Jahr übernimmt Siegfried Robotta die Gruppe, da Silvia Krüske aus beruflichen Gründen für diese Aufgabe nicht mehr zur Verfügung steht. Inzwischen hat sich diese zweite Trainingseinheit als Kampftraining bis zum heutigen Zeitpunkt gut bewährt. 1996 kommt es zur ersten offiziellen Freundschaftsbegegnung mit den französischen Judoka aus Bricquebec in Hohne und Lachendorf. Das zweite Judo-Ski-Trainingslager in Neukirchen (Österreich) war wieder ein voller Erfolg.

1997 wird Johanna Lichtenberg Kreis- und Bezirksmeisterin, belegt dritte Plätze bei den Landes- und den Gruppenmeisterschaften (Nord) in der Altersklasse U16. Sie qualifiziert sich damit für die Deutschen Meisterschaften und gewinnt sogar einen Kampf.
Für die kleinen Judoka (8-12 Jahre) findet in Hordorf bei Braunschweig ein Erlebnis-Wochenende statt. Auch in diesem Jahr sorgt das Judo-Ski-Trainingslager in Österreich für Begeisterung.

Johanna Lichtenberg (Langlingen) kann 1998 ihre „Erfolgsserie" aus dem Vorjahr wiederholen und nimmt mit dem Landeskader an den Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften teil. Björn Uhlig schafft es, Kreis- und Bezirksmeister in der Altersklasse U18 zu werden, und qualifiziert sich für die Landesmeisterschaften. Das weibliche Jugendteam der U11 wird Kreismannschaftsmeister. Der erste Gegenbesuch in Bricquebec war aus kultureller, sportlicher und persönlicher Sicht eine Bereicherung.

Das Jahr 1999 ist für Johanna Lichtenberg ein spezielles. Ihr gelingt es, sich zum dritten Mal hintereinander für die Deutschen Meisterschaften (Damen U17) zu qualifizieren. Sie kann sogar zweimal in Führung gehen, musste sich aber letztendlich geschlagen geben. Ein großer Erfolg für Johanna, die aus Langlingen stammt. Die Seniorenmannschaft belegt nach einem zweiten Platz im Vorjahr den vierten Platz in der Bezirksliga. Das weibliche Jugendteam der U11 wird erneut Kreismannschaftsmeister. Zum 75-jährigen Bestehen des Hauptvereins TuS Hohne-Spechtshorn präsentiert sich die Judoabteilung mit einer Vorführung. Es wird ein Querschnitt durch die Vereinsarbeit von den Kindern über die Jugendlichen bis hin zu den Erwachsenen gezeigt.

Im Jahr 2000 nehmen mehrere jugendliche Judoka an der Talentförderung des Bezirksfachverbandes Lüneburg/Stade teil. Die weibliche Mannschaft der U13 wird Kreis- und Bezirksmeister.
Der Trainings- und Wettkampfbetrieb läuft auch 2001 unverändert gut. Michael Graue und Fabian Ramünke werden in der Altersklasse U17 jeweils Kreis- und Bezirksmeister. Auf den Landesmeisterschaften kann sich Michael den Vizetitel holen. Ein durchgeführter Frauen-Selbstverteidigungskurs findet positive Resonanz.

Die Judoka aus Bricquebec waren in Hohne und Lachendorf. Es wurde ein umfangreiches Kulturprogramm geboten. Die sportlichen Aktivitäten verliefen harmonisch. Alte Freundschaften wurden vertieft und neue geschlossen. Mit den Hordorfern Judoka findet zum wiederholten Male ein Freundschaftskampf statt und auf dem Hohner Sportplatz wird ein Zeltlager organisiert.

Im Jahr 2002 wurde die weibliche Mannschaft der U14 durch ihre geschlossene Teamleistung Kreis- und Bezirksmannschaftsmeister. Das Erfolgsrezept dieser Mannschaft ist die langjährige Geschlossenheit seit der U11 aus dem Jahre 1998.
Es gehörten dazu:
Ricarda Ramünke, Jessica Höge, Melanie Schrader, Juliane Strom, Julia Buckowitz, Pia Klara Robotta, Julia Meibaum, Anisha Abel, Sabrina Hartung und Anne-Marija Meyer.
Michael Graue (U17) wird Kreismeister, belegt bei den Bezirksmeisterschaften den zweiten Rang, den Landesmeisterschaften den dritten Rang und bei den Nord-deutschen Meisterschaften den fünften Rang. Der Frauen-Selbstverteidigungskurs fand wieder großes Interesse.
Auch die Kampfrichteraktivitäten werden intensiviert. Michael Graue und Jan-Christof Meyer werden Kreiskampfrichteranwärter und Sascha Schmidt (Dorfstr. 9) wird Bezirkskampfrichteranwärter.

2003 ist das Jubiläumsjahr, in dem die Judoabteilung des TuS Hohne-Spechtshorn ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Die Judoabteilung richtet in eigener Sporthalle die Kreismeisterschaften der Altersklasse U17 und U20 aus. Bei der Sportlerehrung in Lachendorf stellen die Hohner Judoka das größte Kontingent. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Judoabteilung wird zum Abschluss der Veranstaltung das Theaterstück „Die Legende der räuberischen Samurai“ dargeboten. Diese Präsentation wird vom Publikum durch langen Beifall honoriert und gibt der Sportlerehrung einen würdigen Abschluss.

Die Judoabteilung fuhr mit ca. 35 jugendlichen Judoka nach Bricquebec. Die herzliche Gastfreundschaft, das Kultur- und Sportprogramm begeisterte alle Teilnehmer. Judo verbindet, Judo kennt keine Grenzen.

Im Jahr 2004 wird Michael Graue Kreis- und Bezirksmeister der U20. Bei den Landesmeisterschaften sichert er sich den dritten Platz. Bei den Senioren wird er Bezirksmeister.

2005 werden Pia Klara Robotta und Dario Cordts Bezirksmeister U17. In dieser Altersklasse läuft Dario Cordts in Hochform auf. Mit technisch sauberem Judo qualifiziert er sich nach dem Bezirksmeistertitel und jeweils 3. Plätzen auf Landesebenen und den Norddeutschen Meisterschaften eindrucksvoll für die Deutschen Meisterschaften. Nach zwei technisch, taktisch und willensstark herausgekämpften Siegen und einer unglücklichen Niederlage kann sich Dario Cordts über den 9. Platz freuen. Michael Graue wird bei den Senioren Bezirksvizemeister.
Sascha Schmidt, Michael Graue und Jan-Christof Meyer sind inzwischen Bezirkskampfrichter.

Im Sommer 2006 erhielt die Judoabteilung wieder Besuch aus Bricqubec.

Für die auf fast 100 Aktive angewachsene Judoabteilung ist es immer wieder bemerkenswert, wie die guten Leistungen zustande kommen. Ein Garant dafür ist die kontinuierliche Vereinsarbeit. Im Laufe der Jahre wurden über die Landesgrenze hinaus viele Verbindungen geknüpft und Freundschaften geschlossen. Es wurden mehrere Zeltlager, Indianertage, Fahrradtouren und Sommerfeste organisiert, um auch außerhalb der Judomatte viel Spaß und Freude zu haben.

Was macht Judo so interessant?

Einmal die vielseitigen körperlichen Anforderungen und zum anderen die sozialen Verhaltensweisen, die im Umgang mit den Trainingspartnern geübt und gemeinsam erarbeitet werden. Zurückgreifend auf die japanische Mentalität kommt den Judowerten: Achtung, Respekt, Rücksichtnahme und Verantwortung, die durch die Verbeugung ausgedrückt werden, große Bedeutung zu. Judo ist primär Wettkampf nach fairen Regeln, das Erfahren des eigenen Körpers und das mutige Ausreizen der individuellen Grenzen. Aber auch dem Spieltrieb und der Kreativität werden breite Räume gelassen.

 

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