25.06.18

Auf ungewohntem Grund - Abwechslung in der Sommerpause: 220 Handballer laufen bei Rasenturnier auf

Der Abwurf kommt weit und landet direkt vor den Füßen von Josephin. Die Neunjährige umklammert schnell den Ball, bevor ihr Gegenspieler die Lederkugel an sich reißen kann. Die kleine Handballerin vom TuS Hohne-Spechtshorn rennt los, stoppt vor dem Torraum und wirft mit voller Kraft den Ball über den Schlussmann ins Netz. „Los, los, weiter so“, jubiliert es aus der Fankurve der Mini-Handballer, die ihren Heimvorteil auf dem Hohner Sportplatz lautstark feiern. Wo sonst auf dem Grün der Fußball rollt, wurden gestern Tore geworfen.

21 Teams aus der Stadt Celle, dem Landkreis und aus dem Raum Gifhorn nutzten das Handball-Kleinfeldturnier, um auch in der Sommerpause ihrer Leidenschaft zu frönen. Auf den vier Feldern spielten parallel vier Frauenmannschaften, jeweils fünf Teams der weiblichen E- und D-Jugend und sieben Mini-Mannschaften. „Leider gab es keine Meldungen anderer Vereine für die männliche E-Jugend, so dass hierfür keine Staffel gebildet werden konnte“, sagt Mitorganisator Roland Bellmann vom TuS Hohne-Spechtshorn.

TuS Hohne-Spechtshorn setzte sich bei den Frauenteams an die Spitze vor HSG Lachte-Lutter. Bei der weiblichen E-Jugend sicherte sich die HSG Lachte-Lutter – unter Beteiligung eines Jungen – den ersten Platz vor TuS Bergen. TuS Bergen belegte vor HSG Müden-Seershausen den ersten Platz in der weiblichen D-Jugend. Für die Minis und Super-Minis stand der sportliche Spaß im Vordergrund, daher wurden die Tore nicht gezählt und keine Spielstände bekannt gegeben. „Wichtig waren die Spielergebnisse noch nicht, denn alle Altersklassen befinden sich gerade erst in der Aufbau- oder Neubildungsphase“, erklärt Bellmann.

Die beiden TuS-Spielerinnen Zoe und Leona stellt das Spiel vor neue Herausforderungen. „Auf dem Rasen können wir den Ball nicht prellen“, erklären die beiden neunjährigen Mädchen. Besonders für den Nachwuchs ist das Spiel auf dem Grün eine gute Übung. „Das Prellen ist durch den Boden erschwert, dadurch wird das mannschaftsdienliche Spiel gefördert“, sagt TuS-Spartenleiterin Nina Bellmann. Die Kinder müssen spielerisch so stärker über Pässe miteinander agieren. „Sie lernen hier viel für die spätere Hallensaison“, sagt die zweite Spartenleiterin Nadine Templin.

Auch wird draußen auf das klebrige Handball-Harz verzichtet, das den Ball griffiger machen soll. In der Sporthalle sei ‚Backe‘ verboten, daher trainiere TuS auch ohne das Mittel. „Die Spieler entwickeln so mehr Feingefühl“, erklärt Templin. Bei frischer Luft mache der Sport noch mehr Spaß, erzählt Nachwuchshandballerin Josephin. „Draußen renne ich mehr“, stellt die Neunjährige fest. Der sechsjährige Paul ergänzt: „Wenn man hinfällt, tut es nicht so weh.“ Und das zeigt der kleine Handballer vom VfL Westercelle auch zugleich in der Spielpause, wenn er als Torwart jedem Ball hinterherhechtet und sich hinschmeißt.

In Hohne hat das Turnier mittlerweile eine rund 35-jährige Tradition. „Der Rasen ist besser als vor zehn Jahren“, witzelt Spielerin Andrea Colditz bevor es für ihr Team von der HSG Lachte-Lutter wieder auf das Grün geht. Feine Pässe, mutige Sprünge und bissige Zweikämpfe gab es besonders bei den vier Frauenteams zu sehen. Denn bei den Erwachsenen gilt der Wettbewerb nicht nur als Spaßturnier, sondern auch als Gradmesser für die kommende Saison. „Bevor es im September wieder losgeht, kann man schon einmal sehen, wo man in der Saisonvorbereitung steht“, sagt Nina Bellmann. Als die „Profis“ dann über das Kleinfeld spurten, ernten sie die bewundernden Blicke der Jugend, die sich einige Tricks von den „alten Hasen“ abschauten.

Von den Super-Minis über die Jugend hin zu den Erwachsenen: Insgesamt 21 Handball-Teams haben um den Turniersieg auf dem Rasen des Sportplatzes in Hohne gespielt.

(Bericht Cellesche-Zeitung vom 25.06.2018 / © David Borghoff (4))

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