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DHB Ehrenamtskampagne: Roland "Bello" Bellmann ausgezeichnet

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Als einer von 12 Ehrenamtlichen deutschlandweit ist Roland Bellmann für sein 46-jähriges Engagement im TuS Hohne-Spechtshorn ausgezeichnet worden. Breitensport statt Leistungssport lautet das Motto der Familie Bellmann, das Generationen prägt.

Der ganze Verein ist super stolz auf diese Auszeichnung. Bello wird im Rahmen eines DHB Länderspiels geehrt und wird Gesicht der nationalen Ehrenamtskampagne vom DHB. Klasse Leistung!

Hier gelangt hier zu der Vorstellung der Gewinnerinnen und Gewinner vom DHB

Rabea Schulze und Elisa Brammer haben ihn mit dem folgenden Video und Text nominiert. Vielen Dank an alle Mitwirkenden vor und hinter Kamera!

Angaben zur ehrenamtlichen Tätigkeit

Dieses Jahr verdankt ihm der TuS Hohne-Spechtshorn 46 Jahre leidenschaftlichen, ehrenamtlichen Einsatz und ein Ende ist für ihn auch mit über 70 noch nicht in Sicht. Es gibt wohl keine Hohner Handballerin, die nicht entweder von Bello oder von seiner Frau Sabine betreut wurde. Er war Trainer von unzähligen Mannschaften jeder Altersstufe und betreut auch aktuell zwei Jugendmannschaften. Eine Lizenzverlängerung als Schiedsrichter wurde vor einigen Jahren beantragt, da er die Altersgrenze von 65 Jahren überschritten hatte. Er leitet weiterhin souverän diverse Handballspiele und wird nicht müde, die Regeln abermals auf dem Platz zu erklären. Natürlich erklärt er sich auch als Zeitnehmer bereit, wenn Not am Mann ist. Regelmäßig veranstaltet er als Trainer der Mini-Mannschaften am Wochenende zweitägige Mini-Spielfeste. Das Hohner Rasenturnier ist seit Jahrzehnten eine Institution in der Handballregion Lüneburg. Bello ist von der Planung des Turniers, über die Turnierleitung bis hin zum Abkreiden der Plätze so manches Sommerwochenende im Dauereinsatz gewesen. Als aktiver Redakteur auf der Vereinshomepage berichtet er außerdem detailreich über eben solche Wochenenden und die Spielergebnisse seiner Schützlinge.

In Spitzenzeiten kamen durch die verschiedenen Ämter (Trainer, Funktionär, Schiedsrichter, Zeitnehmer, Turnierorganisator, Webseiten-Redakteur) regelmäßig über 30 Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Woche zusammen. Und auch wenn er nicht in der Sporthalle oder bei Schiedsrichterbörsen, Vorstandssitzungen und Zeltlagern war, so kann man sichern sein, dass er mit dem Herzen und Kopf immer dabei ist. Bello verstand unter dem Ehrenamt schon immer Teamarbeit und hat Alleingänge vermieden. So steht er auch heute noch allen Funktionären mit Rat und Tat zur Seite und kann häufig aus seinem schier übergroßen Erfahrungsschatz wichtige Tipps weitergeben.

Als Funktionär war er (mit Unterbrechung) im Verein von 1976 bis 2014 tätig. Er lenkte in verschiedenen Ämtern die Geschicke der Handballsparte bis er die Leitung an seine Tochter Nina Bellmann übergab. Sein Engagement reichte zeitweise bis weit über die Kreisgrenzen hinaus. Bello engagierte sich unter anderem auch in der Handballregion Lüneburger Heide als Funktionär. Seine Frau Sabine war ebenfalls jahrelange Schiedsrichterwartin. Beide sind weiterhin die guten Seelen des Vereins und werden auch zukünftig immer mit dem Hohner Handballsport verbunden bleiben.

 

Werdegang im Verein

Im Jahr 1974 begann Roland „Bello“ Bellmann mit dem Aufbau der Handballsparte des TuS Hohne-Spechtshorn. So konnte nach kurzer Zeit sämtliche damals bestehende Altersklassen gemeldet werden. Der damals begonnene Aufbau wurde zielstrebig fortgesetzt und 1985 gekrönt durch den Aufstieg der Frauenmannschaft in die Heideliga.  Was für ein unerwartet großer Erfolg für ein so kleines 1.000-Seelen-Dorf wie Hohne. Bedauernswert war für die Handballsparte der Bau der Turnhalle in Hohne im Jahr 1981. Die Spielfläche ließ für die Damen keinen Spiel- und Trainingsbetrieb zu und so trainieren und spielen die Mannschaften des TuS Hohne-Spechtshorn auch weiterhin im 10 km entfernten Lachendorf. Besondere Verdienste erwarben sich Bello und seine Frau Sabine nach der Auflösung der Handballspielgemeinschaft 1989 mit dem Nachbarort Eldingen. Innerhalb kürzester Zeit gelang es damals wieder zum zweiten Mal nach 1974 eine schlagkräftige Frauenmannschaft aufzustellen und Jugendmannschaften in allen Altersklassen melden zu können.

Nach über 30 Jahren in leitenden Tätigkeiten schied er 2005 aus dem Vorstand aus. 2010 führte eine verfehlte, auf Leistung geführte Politik des neuen Spartenvorstands zum Verlust der 2. Frauen und schließlich der 1. Frauen. Die angestrebte Fusion mit einem benachbarten Verein hätte das Aus als souveräne Hohner Handballsparte bedeutet. Bello gelang stattdessen in seiner neuen alten Funktion als Spartenleiter im ersten Jahr der Wiederaufbau einer Frauenmannschaft, den Erhalt von vier eigenständigen Jugendmannschaften und die Gründung einer Minimannschaft.

Im Grunde hat er die Hohner Handballsparte drei Mal vor der Auflösung gerettet: 1974, 1989 und 2010. Der unermüdliche Einsatz für eine nachhaltige Jugendarbeit und ein funktionierendes Netzwerk an Betreuern, Funktionären und weiteren Helfern trägt im Jahr 2020 Früchte: G-Jugend, F-Jugend, weibliche und männliche E-Jugend, männliche D-Jugend, weibliche C-Jugend und eine Damenmannschaft kann die Handballsparte auf sich vereinen. In naher Zukunft werden demnach immer mehr Belegungszeiten in den bereits jetzt schon ausgebuchten Hallen im benachbarten Lachendorf benötigt. Grund genug für Bello auf die Missstände hinzuweisen: Seit Jahren kämpft Bello für den Bau einer Zweifeldhalle in Hohne. Er besucht kommunale Ratsversammlungen und wird nicht müde die Bedeutung und Dringlichkeit einer geeigneten Spielstätte im ländlichen Raum bei Kommunalpolitikern vorzutragen.

 

Begründung für die Auszeichnung

Handball ist für Bello eine Herzensangelegenheit. Für ihn ist der Sport ein Integrationsmotor, wobei ihm Kinder aus benachteiligten Verhältnissen immer besonders am Herzen lagen und liegen. Das rührt auch von seinem Beruf als Förderschulpädagoge. Konnten Kinder von ihren Eltern aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zum Training gebracht werden, holte Bello sie stets persönlich in seinem, erst roten und dann blauen VW-Bus von Zuhause ab und fuhr sie wieder heim. Der sogenannte Bello-Bus, in den bekanntlich fast eine ganze Handballmannschaft passt, wurde über die Jahre immer wieder von Nachfolgemodellen abgelöst und ist Generationen von Handballern bekannt – ein Garant für lustige Auswärtsfahrten und immer für einen Abstecher in eine Eisdiele gut.

Seine Vermittlung von Respekt, Gemeinschaft und Verantwortung hat Generationen geprägt. Kinder zu stärken und zu eigenständigen Persönlichkeiten zu entwickeln ist seine Lebensaufgabe. Breiten- statt Spitzensport ist seine Spielphilosophie, die er an seine Nachfolger weitergegeben hat. So ist ihm ein nachhaltiger Aufbau und Erhalt der Spartenstruktur gelungen, die im Kontrast zu so manchen Vereinen in der Handballregion steht, in denen spielschwächere Kinder den Spaß am Handballsport verloren haben. Spaß ist für Bello ein zentraler Eckpfeiler in einem Mannschaftsgefüge. So verwundert es nicht, dass er zahlreiche Faschingsfeten und Nikolausturniere mit organisiert hat und dabei selbst als Nikolaus verkleidet den Kindern eine Freude machte.

Seit Jahren organisiert er gemeinsam mit der Grundschule Hohne Handballtage, in denen Erst- bis Viertklässler spielerisch an den Handballsport herangeführt werden. So fanden und finden sich viele begeisterte Kinder in den darauffolgenden Wochen beim Training ein. Diese breite Basis in den Jugendmannschaften ist Bellos innovativer Idee zu verdanken, die Kinder in der Schule zu erreichen und mit Spiel und Spaß an den Handballsport heranzuführen.

Über Jahre wurden ihm innerhalb der Samtgemeinde immer wieder Ehrungen zuteil. Die Auszeichnung durch den DHB ist für Bello eine großartige Bestätigung seines 46-jährigen ehrenamtlichen Einsatzes – auch stellvertretend für alle Handballbegeisterten, die seine Spielphilosophie leben: Breitensport statt Spitzensport mit Herz und Verstand.

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